Die Brüder Grimm und die Liebe –

Kirsten Steins Premierenstück  auf den Niederzwehrener Märchentagen

Ein Nachbericht von Hendrik Bühnemann


Als „Märchenonkel“ und Wörtersammler sind die Grimms weltberühmt, doch das auch die Liebe in Ihren Märchen eine Rolle spielte, war eher unbekannt. Mit der Premiere ihres neuen Programmes ließ die Kasseler Märchenerzählerin Kirsten Stein am 26. September 2015 im Rahmen der Niederzwehrener Märchentage im Saal der FT Niederzwehren die Liebe im Grimmschen Kosmos lebendig werden. Den Anfang bildeten die von Ihr in Originalfassung vorgetragenen Märchen vom „Rumpenstünzchen“ und „Der Mond und seine Mutter“, ergänzt um einen trefflichen Auszug aus dem Grimmschen deutschen Wörterbuch. Andere Märchen wie „Die alte Hexe“ und immer wieder auch Auszüge aus persönlichen Briefen der Grimms an Verwandte und Weggefährten erzählte und las Kirsten Stein auf ihre ganz persönliche Weise mal schrill und mal nachdenklich aber stets im urig klingenden Originaltext von vor zwei Jahrhunderten. Dazu gab es selbstgebackene Liebeskekse als Pausensnack.

 

Nach der Pause bildeten die Briefe der Grimms und von Bettine von Arnim den Schwerpunkt. Sie zeigten, wie wunderbar altmodisch und romantisch die Liebe in Zeiten der Grimms in Worte gefasst wurde. Mit dem bekannten „Jorinde und Joringel“ endet ein höchst unterhaltsamer Abend.


Kirsten Stein bot dem Publikum an diesem Abend wahrhaft märchenhafte Erzählkunst und uns einen neuen interessanten Blickwinkel auf Märchen und das Leben der Brüder Grimm. Das Publikum belohnte die lebendige Darbietung mit ganz viel Applaus.