Erzählkunst Blog


Mit diesem Programm schaffe ich einen neuen Blickwinkel auf die Brüder Grimm.

Es gibt zwei Seiten aus denen die Brüder Grimm und ihre Werke betrachtet werden, das sind die Märchen und die Wissenschaft. Ich setze ihr Gesamtwerk in Bezug zu einem Thema, das uns als Menschen in allen seinen Facetten betrifft, als eine Gemeinsamkeit die wir alle haben und schaffe damit einen persönlichen Bezug des Zuhörers zu den Brüdern Grimm.

Die Liebe als ein Thema das uns alle betrifft und somit eine Gemeinsamkeit unter allen Menschen schafft ist meine persönliche Intension. Jeder kennt Liebe, jeden bewegt sie, egal wer mit wem oder wo auf der Welt...

Dabei ist es mir auch wichtig Grimm in originalgetreuer Sprache zu erzählen, weil diese Sprache einen besonderen Klang und Zauber für mich, und wie ich oft beobachte, auf meine Zuhörer hat. Für mich als Erzählkünstlerin ist es ein großes Vergnügen mit dieser Sprache zu spielen.

Ich liebe dieses Programm und wünsche mir es noch oft und an vielen Orten präsentieren zu können.

Märchenhafte Erzählkunst zum Anfassen, Schmecken und Lieben.

 

Furore machten die viele Jahre in Kassel lebenden Brüder Jacob und Wilhelm Grimm nicht nur als „Märchenonkel“. Sie arbeiteten an der Sammlung von Volksliedern „Des Knaben Wunderhorn“, den deutschen Rechtsalthertümern, dem deutschen Wörterbuch und der deutschen Mythologie. Sie waren Söhne, Brüder, Freunde, Sammler, Kommilitonen, Freunde, Gelehrte und immer auf der Suche nach dem Wort.

 

Wo ist da Platz für Liebe, gar Liebesgeschichten? In ihrer Märchensammlung finden sich berührende Augenblicke und herzzerreißende Momente. Wortgewandt und bilderreich schenkt Erzählkünstlerin Kirsten Stein dem Wirken der Brüder Grimm Leben. Verführerisch lockt sie in tiefe Abgründe, leidenschaftlich verwünscht sie den verliebten Jüngling, bangend sorgt sie sich um das Kind und bleibt dabei immer biografisch, märchenhaft und originär.

 

Jetzt buchen!

Warum professionelle Erzähler nicht kostenlos arbeiten wollen?!

"Die künstlerische Darbietung von Texten erfordert Begabung, Erfahrung und Fachwissen und ist nicht zu vergleichen mit einer Geschichte die einfach so dahin erzählt wird."

 

Lieber potentieller Zuhörer, Kunde, Veranstalter,

 

Wir Erzähler erhalten regelmäßig Anfragen nach kostenlosen bzw. günstigen Erzählauftritten.

Im Idealfall wäre jeder von uns gern in der Lage, positiv auf solche Anfragen zu reagieren. Ganz besonders, wenn es um Projekte oder Bemühungen für die Bildung, soziale Themen und den Umweltschutz geht.

 

Leider ist es im praktischen Leben so, dass wir häufig nicht in der Lage sind auf solche Anfragen zu reagieren, oder wenn wir es tun, dann sind unsere Antworten kurz und legen unsere Gründe für eine ablehnende Antwort nicht verständlich genug dar.

 

Die Umstände und Anfragen sind jedes Mal andere, doch ich habe mit der Zeit festgestellt, dass es eine Reihe von Themen gibt, die immer wieder auftauchen. Auf diese gehe ich im Folgenden näher ein, damit Missverständnisse möglichst vermieden werden und mehr Verständnis für den Erzählkünstler und die Erzählkunst entsteht.

 

 

Wir leben von unseren Erzählungen

 

Wir leben davon, dass wir eindrucksvolle Bilder und Geschichten in die Köpfe der Menschen zaubern und unseren Zuhörern ein besonderes Erlebnis schaffen. Wenn wir unsere Erzählkunst kostenlos abgeben oder zu viel Zeit für die Beantwortung von Anfragen nach kostenlosen Engagements aufwenden, können wir unseren Lebensunterhalt nicht bestreiten.

 

Wir unterstützen die gute Sache durchaus mit unserer Erzählkunst

 

Die meisten von uns leisten, mal mehr und mal weniger, einen Beitrag, um bestimmte Projekte zu unterstützen. Oftmals beteiligen wir uns direkt an den Projekten, die wir mit unserer Kunst unterstützen, oder es besteht bereits eine persönliche Verbindung zu Menschen, die bei den betreffenden Projekten eine wichtige Rolle spielen. Das heißt, jeder von uns kann sich gelegentlich bei einer Auswahl von Projekten mit der Bereitstellung von kostenlosen Auftritten beteiligen und tut das auch.

 

Begründungen wie „Wir haben kein/wenig Geld“ sind für uns oftmals schwer nachzuvollziehen

 

Der Hauptgrund, der bei fast allen Anfragen nach kostenlosen oder günstigen Auftritten angegeben wird, ist ein knappes Budget, d.h. der “Bittsteller” beruft sich darauf, es sei kein Geld vorhanden.

Solche Anfragen kommen häufig von Organisationen, die über beträchtliche liquide Mittel verfügen, seien es börsennotierte Unternehmen, staatliche oder halbstaatliche Stellen oder gar Nichtregierungsorganisationen. Schaut man sich den Jahresabschluss oder ähnliche Dokumente zur Offenlegung der Finanzen an, stellt sich oftmals heraus, dass die betreffende Organisation oder das Unternehmen Zugang zu beträchtlichen Finanzmitteln hat, die durchaus ausreichen würden, um Erzählern ein angemessenes Honorar zu zahlen, wenn man nur wollte.

Häufig sind es offenbar die Erzähler, die von allen an einem Projekt oder einer bestimmten Aktion Beteiligten gebeten werden, ihre Arbeit kostengünstig/kostenlos zur Verfügung zu stellen.

 

Die Erzählkunst hat eine Wertschätzung durch angemessene Bezahlung verdient.

 

 


Erzähler unterliegen finanziellen Zwängen

 

Meist haben wir diesen Weg wegen unserer Leidenschaft für Sprache und Kommunikation, die bildenden Künste und die Themen auf die wir uns spezialisieren, gewählt.

 

Unser Beruf ist von Natur aus arbeitsintensiv. Wir erarbeiten regelmäßig neue Programme und Texte und frischen alte Texte auf. Jeder Kunde wird individuell berücksichtigt und bekommt das für Ihn zugeschnittene Programm.

 

Darüber hinaus verbringen viele von uns einen Großteil ihrer Arbeitszeit auf Reisen und haben teilweise hohe Reisekosten.

Und dann, und das ist vielleicht am Wichtigsten, sind da natürlich die nicht unerheblichen Kosten, die wir für die Zeit unserer Ausbildung und für weitere Fortbildungen aufbringen.

 

Die künstlerische Darbietung von Texten erfordert Begabung, Erfahrung und Fachwissen und ist nicht zu vergleichen mit einer Geschichte die einfach so dahin erzählt wird.

 

Unter dem Strich ist es also so, dass wir durchaus Verständnis für schmale Budgets haben, wir es uns aber aus praktischer Sicht nicht leisten können, jeden, der uns fragt, zu unterstützen.

 

 

Eine namentliche Nennung bringt nicht viel

 

Häufig bietet man uns bei Anfragen nach kostenlosen Darbietungen aufgrund knapper Mittel als Gegenleistung anstelle einer wirtschaftlichen Bezahlung an, unser Ansehen zu erhöhen oder Werbung für uns zu machen, sei es mittels eines Links oder sogar durch eine besondere Erwähnung in einem Presseartikel.

 

Da gibt es zwei Knackpunkte.

 

Erstens ist eine namentliche Nennung keine Gegenleistung. Schließlich hat der Erzähler die Veranstaltung bereichert. Wenn also Erzähler mit ihrem Namen erwähnt werden, so ist das eine Selbstverständlichkeit und nichts, dass freundlicherweise gewährt wird.

 

Zweitens können Erzähler mit einer namentlichen Nennung keine Rechnungen bezahlen.

 

Ein Erzähler benötigt wie jeder andere genügend Einnahmen, um für die Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wohnen, Beförderungsmittel usw. aufkommen zu können.

 

Hier sei noch einmal wiederholt:

 

Eine namentliche Nennung für eine Darbietung die wir Erzähler geschaffen haben, ist keine Gegenleistung und kann die Bezahlung dafür nicht ersetzen.

„Sie sind der einzige Erzähler, der kein Verständnis hat“

 

Wenn wir Erzähler dann doch einmal Zeit haben, mit den Leuten und Organisationen zu korrespondieren, die kosten- lose Darbietungen von uns haben wollen, bringt man uns manchmal Unverständnis entgegen. Es wird uns dann versichert, dass alle anderen Erzählkünstler, die die Person oder das Unternehmen kontaktiert habe, mehr als erfreut gewesen seien, umsonst zur Verfügung zu stehen, und dass wir der einzige sind, der kein Verständnis zeigt.

 

Ich weiß, dass das nicht stimmt!

 

Ich gestehe aber ein, dass möglicherweise einige unerfahrene Erzähler oder einfach nur Menschen, die ab und zu einmal erzählen, tatsächlich umsonst arbeiten, doch auch hier gilt der Spruch „Qualität hat ihren Preis“.

 

Geben Sie bitte eine Rückmeldung

Eine andere Erfahrung, die wir alle schon gemacht haben, wenn wir uns kostenlos zur Verfügung gestellt haben, ist, dass wir keine Rückmeldung oder weiteren Informationen dazu erhalten, wie sich die Aktion oder das Projekt ent- wickelt haben, welche Ziele gegebenenfalls erreicht wurden und wofür unser Einsatz überhaupt gut war.

 

Allzu häufig bekommen wir überhaupt keine Antwort auf E-Mails, die wir versenden, um etwas über den Verlauf von Aktionen oder Projekten zu erfahren.

 

Seien Sie also bitte so freundlich, den Erzähler zu informieren, wie die Sache gelaufen ist, wenn wir uns schon einmal bereit erklären, umsonst zu arbeiten. Wertschätzung trägt wesentlich dazu bei, dass wir uns in Zukunft weiter zur Verfügung stellen.

 


Zu guter Letzt

 

Ich hoffe, dass Sie nach der Lektüre der angeführten Argumente besser verstehen, warum Erzähler nicht kostenlos arbeiten können.

 

Wir alle sind Vollprofis und würden uns freuen, eine für beide Seiten nutzbringende Geschäftsbeziehung mit Ihnen einzugehen.

 

 


 

 

 

Zur Person:

 

Wer die ausgebildete Erzählkünstlerin Kirsten Stein auf der Bühne erlebt weiß: Erzählen ist ihre Berufung und sie tut es mit Herzblut. Vielleicht liegt ihr großes Erzähltalent und ihre Liebe zu Märchen daran, dass sie in Nordhessen in einer scharfen Kurve der deutschen Märchenstraße geboren wurde, zwischen Dornröschens Schloss und Rapunzels Turm. Hinzu kamen die Abenteuer der Kindheit, Herausforderungen, Heldentaten, Glücksfälle, Wunder und die Erkenntnis, dass das Leben immer gut für eine Geschichte ist.

 

Sie perfektionierte ihre Leidenschaft und ihr Talent bei einer Ausbildung im Raile Institut für Erzählkunst. Mit ihrem märchenhaften Temperament und Humor, ihrer Authentizität und Lebendigkeit erweckt sie Worte zum Leben und schickt die Phantasie auf Reisen.

 

• Gründungsmitglied im Verband der Erzählerinnen und Erzähler e.V.

• Zertifiziertes Mitglied der Erzählergilde der Europäischen Märchengesellschaft

• Member of International Storytelling Network

 

Wald- und Erlebnispädagogin und Erzieherin

 

www.natuerlichmaerchen.de

 

Dieser Text wurde mit ausdrücklicher Genehmigung nachempfunden von “Warum Fotografen nicht umsonst arbeiten können”. Vielen Dank!

 

Note to photographers: You can use the above text under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported License. Please ensure that you include a link to this page.

 

 

Heilsames Erzählen


 - Ein Artikel für den Verband der Erzählerinnen und Erzähler e. V.– erschienen im Allgemeinarzt


Märchen als Mutmacher und Quelle des Trostes


Überall auf der Welt haben es sich Erzähler/innen zur Aufgabe gemacht, mit ihrer Kunst Menschen in schwierigen Lebenslagen Mut zu machen und ihnen ein Werkzeug der Hoffnung mit auf den Weg zu geben. Seit Jahrhunderten haben Erzähler, Musiker und Schriftsteller die Herzen der Menschen berührt – und nicht nur das: Im türkischen Edirne gab es die Begleitung kranker Menschen mit Musik und Erzählkunst – die Kranken lagen auf ihren Lagern und lauschten dem Plätschern eines Brunnens, den Klängen der Musik sowie den Geschichten der Erzähler. Auch in Gondar in Äthiopien gab es ein solches Hospital.

 

Erzählen als positive Psychotherapie


Nossrat Peseschkian, ein deutscher Neurologe und Psychologe mit persischer Herkunft, wusste um die unterstützende Kraft des freien Erzählens. Als Begründer der „Positiven Psychotherapie“ sah er die Verwendung von Geschichten und Lebensweisheiten als einen seiner Arbeitsschwerpunkte an, und seine Nachfolger verzeichnen bis heute damit große Erfolge bei den Heilungsprozessen ihrer Patienten.


Im Verband der Erzählerinnen und Erzähler e.V. ist das Erzählen für Menschen in Not ein Thema das große Beachtung findet. Seit Jahren findet hier ein reger Austausch mit Erfahrungsberichten und qualifizierenden Seminaren statt. Die professionellen Erzähler/innen sind tätig in der Hospiz- und Trauerarbeit, mit Demenzkranken und auch mit Opfern von Gewalt und Krieg.

 

Geschichten schenken Mut


Wie können Geschichten helfen? Was kann den Lebensmut, die Lebenskraft wieder aktivieren? Geschichten, Märchen oder Parabeln können durch ihre urmenschlichen Themen
und Lösungswege die Visualisierungskraft eines Menschen so anregen, dass dieser den Anstoß zur Heilung bekommt oder aus einer aussichtslosen Situation findet. Oftmals reicht es, den Leidenden durch Geschichten andere Sichtweisen zu bringen und damit einen Weg aus dem Gedankenkarussell, das meist von Angst bestimmt ist, zu geben. Im Gegensatz zu Ratschlägen legen Geschichten und
Lebensweisheiten dabei keine Verpflichtung auf, sondern geben dem Zuhörenden die Freiheit andere Perspektiven zu erkennen und für sich zu entdecken.


„Beim Erzählen spürte ich plötzlich eine große körperliche Kraft.“

Geschichten als Kraftquelle


Wie Erzählen auch Kraft spenden kann in scheinbar ausweglosen Situationen, zeigt ein Erfahrungsbericht einer Erzählerin: „Am Anfang meiner Erzählausbildung hatte ich so etwas wie ein Burnout. Ich war lebensbedrohlich krank und bekam die Diagnose: chronische Pankreatitis im Endstadium – „unheilbar". Eigentlich hätte ich die Ausbildung abbrechen müssen. Da es mir aber sehr wichtig war, lernte ich mit den Märchen weiter. Mein erstes Märchen war „Schneeweißchen und Rosenrot“. Als ich mit meiner Ausbilderin daran feilte, spürte ich beim Erzählen einer emotional aufgeladenen Stelle plötzlich eine große körperliche Kraft. Ein innerer Knoten war geplatzt. Danach wurde ich gesund und bin es geblieben. Das war für mich wie ein Wunder. Seither weiß ich, Geschichten berühren Menschen tief in ihrem Inneren. Diese Kraft steckt in jeder Geschichte. Oft lehren sie uns etwas, z. B. dass man nie aufgeben darf, dass man sich diesen Prüfungen, die uns allen im Leben begegnen, stellen muss. Und sie erinnern daran, dass man die Rettungsanker, die einem gereicht werden, auch ergreifen muss.“

 

Geschichten als Trauerbegleitung


Geschichten können bei Trauer, Verlust und Tod
den Abschiedsschmerz mildern sowie positive Gefühle, inneren Frieden und Zuversicht erzeugen.


Bei einem Erzähler-Seminar berichtete eine Teilnehmerin, dass seit ihrem 50. Geburtstag kein Tag vergangen war, an dem sie nicht voller Angst an ihren eigenen Tod gedacht hatte. Durch die Märchen sei etwas passiert, ganz still und leise. Ja, der Gedanke an ihre Endlichkeit sei immer noch da, aber „an die Stelle der Angst ist jetzt ein großer Frieden getreten.“


Eine andere Erzählerin hat lange Jahre Märchen auf der Kinderkrebsstation in Augsburg zum Trost und zur Freude erzählt. Dabei erlebte sie immer wieder, dass Erzählen Herzen öffnet. Familien kamen (wieder) miteinander ins Gespräch, andere fanden den Mut über Tod und Sterben zu sprechen. Die Geschichten gaben den Weg frei zu den eigenen Gefühlen und endlich konnten, durch gehörte Worte, die eigenen Gefühle in eigene Worte gefasst werden.




Auch im Umgang mit Demenzkranken erweist sich die Arbeit mit Märchen als hilfreiches Mittel. Eine Erzählerin, die seit 12 Jahren demenziell Erkrankte und alte Menschen begleitet, berichtet darüber so: „In diesen Erzählstunden erlebe ich, dass man mit dem Erzählen von Geschichten etwas in den Menschen hervorbringt und sie sich mitteilen wollen, wenn sie Vertrauen gefasst haben. Ihre Gesichter zeigen Emotionen, Erinnerungen, Freude, nicht als einmalige Sache, sondern immer wieder.


Märchen und Sagen als heilsame Helfer


Doch nicht allein die Geschichten sind das entscheidende Medium, sondern die Erzählerin, der Erzähler, die Situation, das Ambiente und die Situation der Leidenden. Märchen und Geschichten sensibilisieren für andere Gedankenwege, für innere Bilder, für die Beschäftigung mit den wesentlichen Dingen des Lebens. Geschichten sind Transformatoren, Wandler, Ver-
wandler. Selbst eine kleine, lustige Geschichte kann durch das Lachen, das sie auslöst, viel bewegen. Geschichten, Märchen, Mythen und Sagen drücken in starken archaischen Bildern aus, was uns auf der menschlichen Ebene im Wesentlichsten und Tiefsten bewegt. Deshalb sind sie als heilsame, hilfreiche Helfer wunderbar geeignet.


Das Erzählen als helfendes, begleitendes Element hat in vielen Institutionen und im Verband der Erzählerinnen und Erzähler längst einen Platz gefunden.

Informationen zum Verband der  Erzählerinnen und Erzähler e.V.

 

Der Verband wurde im Juni 2013 gegründet und hat derzeit 68 Mitglieder. Zweck des Vereins ist der Zusammenschluss frei-
schaff ender Erzählerinnen und Erzähler und die Wahrnehmung ihrer Interessen, sowie die Förderung und Pflege von Kunst und Kultur, vorwiegend der mündlichen Erzählkunst von Volks- und Kunstmärchen, Sagen, Mythen und selbst erfundenen Geschichten. Seit 2008 treff en sich alljährlich zwischen 50 und 80 Erzählerinnen und Erzähler, um sich über ihre Kunst auszutauschen, Richtlinien zu finden, sich zu vernetzen und fortzubilden (www.erzaehlerverband.org).

 


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Oma, Ahle Wurscht und Grimm




Achtung dieser Blogartikel enthält Wurstwaren! Sollten Sie als Vegetarier mit diesem Blogartikel in Kontakt gekommen sein, empfehle ich, alle Wurstinhalte durch eine Obst oder Gemüsesorte Ihrer Wahl auszutauschen. Eine vegetarische Version der Geschichte finden Sie am Ende des Blogartikels.



Vielen Dank für das Bild an die unabhängige und überparteiliche Ahle Wurscht Seite.
Vielen Dank für das Bild an die unabhängige und überparteiliche Ahle Wurscht Seite.

 

 

Die für meine Erzählerinnenkarriere wichtigste Person ist meine Oma.

 

Erna hieß sie und war die Mutter meines Vaters. Eine pragmatische, resolute Frau die nicht auf den Mund gefallen war und sich auch sonst ganz gut zu wehren wusste. Einmal hat sie doch tatsächlich Abends auf dem Friedhof einen meiner Punkerfreunde, als er sie nach der Uhrzeit fragen wollte, mit ihrer Handtasche in die Flucht geschlagen. Nun ja sie kannte ihn nicht und in diesem Fall schwappte wohl ihr immenses Fantasiepotential etwas über.


Fantasie hatte meine Oma. Sie war es, die seit ich die ersten Schritte laufen konnte, mit mir die Wälder und Parkanlagen unserer nordhessischen Heimat durchstreifte und dabei die abenteuerlichsten Geschichten erzählte.

 

Meine Oma Erna war eine Abenteurerin, jedenfalls für mich. Und genau wie ich, hatte sie eine besondere Liebe zum Abenteuer und zu Grimms Märchen.

 Abends nach dem Abendbrot, wenn ich im Schlafanzug in ihrer gemütlichen Küche auf dem Chaiselongue saß, las sie mir Märchen vor und sie wusste zu jedem dieser Märchen eine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die sich gerade jetzt und heute an diesem oder jenem Ort zugetragen haben könnte.

 

Es war die schönste Kombination von Lesen und Erzählen, die ich jemals genießen durfte.

 

Wenn ich mit Ihr durch die Straßen unseres kleinen Städtchens ging, wenn wir Besuche im Altersheim machten oder in den Garten gingen, immer und überall wurden die Geschichten lebendig.

 

Aber nicht nur die Geschichten und Ausflüge waren es die die Besuche bei meiner Oma unvergesslich machten. Bei Ihr gab es eine besondere Spezialität und das war die Ahle Wurscht. Bei Oma Erna bekam ich Ahle Wurschtbrot so oft und soviel ich wollte, immer, fast immer...

 



Denn manchmal war die Ahle Wurscht noch nicht reif und musste erst trocknen und fest werden. Dann kam sie für Wochen, ja für gefühlte Jahre in die Speisekammer und da hing sie dann und ich drückte immer wieder sehnsüchtig mit den Fingern daran und konnte es kaum erwarten bis ich sie endlich essen durfte. Denn anschneiden und probieren durfte man sie schließlich auch nicht.

 

Die Ahle Wurscht war für mich ein echtes Schmeckewöhlerchen und übrigens eins starkes Argument niemals woanders als in Nordhessen leben zu wollen, denn bei dem anderen Teil meiner Familie, in Bremen, da gab es die nicht, nur Grünkohl mit Pinkel …  Aber dazu ein anderes Mal.

Ich liebte also meine Oma Erna und die Zeit mit Ihr über alles, ich liebte die Ahle Wurscht, deswegen liebte ich Nordhessen, aber nicht nur, und ich liebte Grimm Märchen.

 

Und das tu ich noch heute.

 

Ein Grimm Märchen das ich als Kind liebte, weil es mir immer einen leichten Gruselschauer über den Rücken jagte war: "Die wunderliche Gasterei" von Grimm.

 

Einst vermutlich von Amalie Hassenpflug zugetragen, die in Kassel lebte, das ja bekanntlich auch in Nordhessen liegt.

 


In diesem Schreckmärchen geht es um eine Blutwurst, die hinter einer Leberwurst her ist...

Für mich, die ich als Kind definitiv keine Leberwurst mochte, machte es in all den Jahren nie einen Sinn warum eine Blutwurst scharf auf eine Leberwurst sein könnte und darum hört und seht selbst wie es wirklich war.


Die Wunderliche Gasterei - Vegetarisch

 

Die wunderliche Gasterei für Vegetarier

 

Vor langer Zeit lebten eine Paprika und ein Grünkernbratling in Freundschaft, und die Paprika bat den Grünkernbratling zu Gast. Wie es Essenszeit war, ging der Grünkernbratling auch ganz vergnügt zu der Paprika, aber als er ins die Haus trat, da sah er allerlei wunderliche Dinge, auf  jeder Treppenstufe, von denen es viel gab, immer etwas anderes, da war etwa ein Gurkenhobel und ein Kartoffelschälmesser, die sich duellierten, ein Salatkopf hing welk über dem Treppengeländer und eine Zwiebel saß auf einer der Treppenstufen und weinte.


Und von diesen Dingen gab es noch viel mehr

 

Der Grünkernbratling war ganz erschrocken und bestürzt darüber, doch nahm er sich ein Herz, trat in die Stube und wurde von der Paprika freundschaftlich empfangen. Nach einger Zeit fing der Grünkernbratling an, sich nach den seltsamen Dingen zu erkundigen, die er draußen auf der Treppe gesehen hatte, die Paprika tat aber, als hörte sie das nicht, oder als sei es nicht der Mühe wert davon zu sprechen, oder aber sie sagte etwa von dem Gurkenhobel und dem Kartoffelschälmesser:

 

"Ach, das wird meine Putzfrau gewesen sein, die auf der Treppe mit jemand geschwätzt hat",

 

und brachte dann die Rede schnell auf etwas anderes. Die Paprika ging darauf hinaus und sagte, sie müsse einmal in der Küche nach dem Essen sehen, ob alles ordentlich angerichtet werde, und nichts in die Asche geworfen.

 

Wie der Grünkernbratling derweil im Zimmer auf- und abging und immer diese wunderlichen Dinge im Kopf hatte, kam jemand herein, ich weiß nicht mehr, wers gewesen ist, und sagte:

 

"Grünkernbratling, Ich warne dich, du bist in eine Blut- und Mörderhöhle geraten, mach dich eilig fort, wenn dir dein Leben lieb ist."

 

Der Grünkernbratling besann sich nicht lang, schlich zur Tür hinaus und lief, was er konnte; und blieb auch nicht eher stehen, bis er aus dem Haus mitten auf der Straße war.

 

Da blickte er sich um, und sah die Paprika, ganz rot, oben im Bodenloch stehen mit einem langen, langen Messer, in der Hand und das blinkte, als wärs frisch gewetzt:

 

"Grünkernbratling! Hätt ich dich, so wollt ich dich!"

 

Copyright © Kirsten Stein - Erzählkunst aus Nordhessen

 


Am Anfang…



 

Dies ist mein erster Beitrag. Ich habe ehrlich gesagt noch keine Ahnung über was ich schreiben werde, nur das Gefühl endlich einmal damit anzufangen.Vielleicht werde ich die märchenhaften Seiten meiner Heimat Nordhessen oder meine Liebe zum Meer zum Thema machen oder meine Erlebnisse als Erzählerin. Vielleicht werde ich Geschichten schreiben oder über Geschichten. Vielleicht schreibe ich auch vom Natur erleben oder vom Wandern. Vielleicht auch von allem etwas.

 

Eure Anregungen und Wünsche nehme ich gerne entgegen!



 

Ich bin – Erzählkünstlerin.

 

“Als Kind wollte ich Malerin werden und jetzt bin ich es. Ich male Bilder in die Herzen meiner Zuhörer.”

 

Im früheren Leben war ich Erzieherin mit einem großen Drang zum Abenteuer (den ich übrigens immer noch habe). Ich arbeitete auf Abenteuerspielplätzen, in Waldkindergärten und mit Jugendlichen in sozialen Brennpunkten.

Erzählt habe ich schon immer, und meine Freunde, Verwandten und Bekannten damit unterhalten. Zu meinem damaligen Repertoire gehörten Geschichten aus dem Alltag und Erfundenes, dass die Welt meiner Zuhörer bunter machte. Das ich später einmal meine Passion zum Beruf machen würde hätte ich damals nicht geglaubt, denn vorerst ging ich ganz andere Wege.

Ich machte eine Lehre als Friseurin, dann als Raumausstatterin bis ich schließlich Erzieherin mit dem Kompetenzbereich Erlebnis-, Natur- und Waldpädagogik wurde.

 

Das Erzählen rückte dabei ganz langsam, aber stetig, immer mehr in den Hintergrund…

 

Als ich schließlich einen Waldkindergarten aufbaute und dort Kindheitsträume verwirklichte, mischte sich das Schicksal ein und erinnerte mich an die alte Kunst des freien Erzählens, die ein Labsal für die Seele sein kann.

 

Ein Großvater, der regelmäßig unsere freitäglichen Kartoffelfeuer besuchte, versprühte den Zauber, der beim Geschichten erzählen entsteht. Er war kein guter Erzähler, das muss ich dazu sagen. Mit einem großen Stock, auf den er sich stützte, stand er am Feuer in der Mitte unseres Kreises und erzählte. Er erzählte eine Fabel und einen Schwank der Brüder Grimm, beides wild durcheinander geworfen und sicher nicht für Kinder geeignet. Trotzdem begeisterte er mich und auch die Kinder. Wie verzaubert hingen wir an seinen Lippen... In diesem Moment kam wie ein Blitz der Gedanke, dass dies eine Kunst ist, die verloren zu gehen droht und ein bekanntes heimeliges Gefühl von weiter Vergangenheit machte sich in mir breit.

 

Ich entschied mich wieder Geschichten zu erzählen.



Ich liebte es, die Kinder liebten es, meine Kolleginnen liebten es und die Eltern, die uns im Wald besuchten, liebten es auch.


 

„Eine Geschichte, gut erzählt, ist wie eine Blüte, die sich im Licht der Sonne öffnet und ihren süßen Duft verströmt“




Nun war der Stein ins Rollen gekommen …

… oder vielleicht sollte ich besser sagen die Stein war in Bewegung gekommen!

 

Ich suchte nach Möglichkeiten diese Kunst zu verfeinern, zu professionalisieren und fand schließlich das Institut der Erzählkunst von Jana Raile

( http://erzaehlausbildung.de/).

 

Dort machte ich eine einjährige Ausbildung, später weitere Coachings und Seminare. Das mache ich übrigens auch weiterhin.

Man ist nie zu gut, um besser zu werden!

Jana Raile kann ich wärmstens für die Arbeit am gesprochenen Wort empfehlen!

 

Später folgte noch eine Aufnahmeprüfung bei der EuropäischenMärchengesellschaft, dort wurde ich 2012 in die Erzählergilde aufgenommen.

 

Und was soll ich sagen: A star was born… übrigens in einer scharfen Kurve der deutschen Märchenstraße, zwischen Dornröschens Schloss und Rapunzels Turm

 

Seit 2009 erzähle ich professionell und entwickle mich stetig weiter. Ich liebe meine Arbeit, will gar nichts anderes tun und bin sicher, dass mir diese Gabe einst von einer der 13 Feen in die Wiege gelegt wurde.

 

Nun hoffe ich das Euch mein erster Blogartikel, die Vorstellung meiner Person gefallen hat und freue mich über Kommentare, übers Teilen und weitersagen.



Zu den Zauberhaften Erlebnissen und märchenhaften  Gelegenheiten:

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